Ended Jan 30

Nina Könnemann

Old Dogs

Dec 11, 2021 – Jan 30, 2022

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It‘s tempting to seek out fables where dogs are concerned, conditioned as we are to locate them out in our fellow animals ... Dogs, like humans, experience transitional rites in the cyclic phases of life. Old age is such a category (a passing through with de-stabilised relations). As the dog transitions through this new designation, #olddog, their new status renders some around them overweeningly helpful, others socially hesitant, repulsed sometimes even. They experience the polarising charge of ritual uncleanliness–ambling around in a matrix of ambivalence–where love, pity, fawning praise and aggression co-mingle, overlapping on some water and biscuit bowl Venn diagram.

Pacing around the perimeter of a fence ... Is the dog acting out the exclusion of a human? A change in the dog‘s status is reflected by a spatial reality. It finds itself outside the delimited area for play, leisure and fun. The dog cannot pass the threshold of thise fence, put up by humans, which is also a metaphorical one, a gap in dog-human communication. There is a gate too, but it‘s closed.

Some of Könnemann‘s dialogue appears to have migrated from the high speed realm of the video app “Piff-Paff” where Pavlovian users seek praise vicariously through their pets. Setting tasks, owners note the animals reactions, whether endearing, cute, strange, off, joyous, or mean. These formulas, tasks and reactions set the frame for endless variations of ritual play, complete with build ups, punchlines, and musical sampling.

The owner babbles, “babababaaa,” appreciating their dog ́s presence as a portal through which to escape the bondage of human language. Dog owners invented concrete poetry long before it was called that.

A lot of owners would have you believe they love their dogs ... and surely they do. This is evident in the many dog portraits that lean heavily towards idealisation. The kind of image that Könnemann seems to coax out is of the underbelly of this kind of Love, the ambivalence of a carer, perhaps, walking a kind of Chinvat Bridge, with love on one side and stored up meanness on the other. Or of a detached observer, “saying it like it is,” a pointing child, a muttering adult with an underdeveloped sense of empathy, compromised by phobia, a sentimentalist showing their fangs.

—Ryan Siegan Smith

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Es ist verlockend, nach Fabeln zu suchen, wenn es um Hunde geht. Wir sind darauf konditioniert, sie in unseren Artgenossen zu finden ... Hunde, wie auch Menschen, erleben in zyklischen Phasen des Lebens Übergangsriten. Das hohe Alter ist eine solche Kategorie (eine Phase destabilisierter Beziehungen). Während der Hund zum #olddog wird, werden manche um ihn herum aufgrund dieses neuen Status übermäßig hilfsbereit, andere dagegen zurückhaltender, manche sind sogar abgestoßen. So erfahren Hunde die polarisierende Aufladung ritueller Unsauberkeit – sie schlendern durch eine Matrix der Ambivalenz, in der sich Liebe, Mitleid, Lob und Aggression vermischen und in einem Venn-Diagramm aus Wasser- und Keksnapf überschneiden.

Am Zaun auf und ab gehen ... Spielt der Hund die Ausgrenzung des Menschen nach? Der veränderte Status des Hundes spiegelt sich in seiner räumlichen Realität wider. Er befindet sich außerhalb des abgegrenzten Bereichs für Spiel, Freizeit und Spaß. Der Hund kann die Schwelle des von Menschen errichteten Zauns nicht überschreiten, der auch eine metaphorische Schwelle ist, eine Lücke in der Kommunikation zwischen Hund und Mensch. Es gibt auch ein Tor, aber dieses Tor ist geschlossen.

Einige von Könnemanns Dialogen scheinen aus dem Hochgeschwindigkeitsreich der Video-App „Piff-Paff“ übernommen worden zu sein, wo Pawlow‘sche Nutzer mittels ihrer Haustiere Anerkennung suchen. Dort dokumentieren Besitzer die Reaktionen der Tiere auf ihre Aufgabenstellungen, als liebenswert, niedlich, seltsam, schräg, fröhlich oder gemein. Die Formel von Aufgabe und Reaktion bildet den Rahmen für endlose Variationen des ritualisierten Spiels, inklusive Spannungsaufbau, Pointen, und musikalischen Samples.

Die Besitzer:innen plappern etwa „babababaaa“ und wissen ihren Hund und ihre Hündin dafür zu schätzen, dass sie durch sie den Fesseln der menschlichen Sprache entkommen können. Hundebesitzer:innen haben die konkrete Poesie erfunden, lange bevor sie so genannt wurde.

Viele Hundebesitzer:innen möchten, dass man ihnen glaubt, dass sie ihre Hunde lieben ... und viele tun das auch. Das zeigt sich in den zahlreichen, stark zur Idealisierung neigenden Hundeporträts. Die Bilder, die Könnemann diesem Verhältnis entlocken kann, zeigen die Schattenseite dieser Liebe, die Ambivalenz der Caretaker vielleicht, die auf einer Art Chinvat-Brücke wandeln, mit Liebe auf der einen und aufgestauter Gemeinheit auf der anderen Seite. Oder die der distanzierten Beobachter:innen, die „sagen, wie es ist“, der darauf zeigenden Kinder, der nuschelnden Erwachsenen mit unterentwickeltem Einfühlungsvermögen, durch Phobie beeinträchtigt, der Sentimentalen, die ihre Reißzähne zeigen.

—Ryan Siegan Smith

While you’re in Charlottenburg

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