Ended Jan 14
Kaari Upson
MMDP
Nov 19, 2016 – Jan 14, 2017
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Sprüth Magers is pleased to announce Kaari Upson’s first solo exhibition with the gallery and her first in Germany. Upson’s practice is rooted in the question of contamination, unearthing the space between the self and the other, the indeterminable zone of “both.” By investigating the domestic environment, Upson presents the wealth of emotional material that a familiar object or space can contain, exude, and expel; we leak all over our things, and they, in turn, leak their thingness back onto us. The intimate and mundane objects of the American household become bodily, uncanny, and multiple.
In the exhibition MMDP Upson again collapses the dichotomy between inside/outside, offering a Barthesian “third term". By dividing the gallery into two twinned octagonal spaces, Upson offers the viewer two split viewing experiences. Upon entering the body is surrounded by a quartet of videos through the space. Each video is different but together they constitute a singular portrait: examining the inner life and outer experience of an unnamed blonde, who wanders the aisles of Costco, a new type of flâneur. Costco is presented as a formal landscape, a pastoral and emotional scene, cluttered with the “bulk” of the American dream. In another video, the same blonde is seen in an idyllic forest, mid-ritual, sloshing around in a river, pulling a tarp over the ghostly floating bodies of other outcasts, setting fire to plastic towers. This setting is like Costco folded inside out, but the same figure moves through it with the same spectral determination. The psychic waste of our character pollutes both environments; neither is free, but both have hope.
The viewer then chooses between two hallways, and enters a second chamber. A sculpture sits in the negative space between the rooms, like a penumbra cast against the wall’s edge. Fossilized Pepsi cans sit in vertical troughs, buried standing up. Upson makes them using an experimental casting process: a Pepsi can is filled with liquid aluminum that melts into the can’s form, merging the stream of metal and the can into one solid object. The colors of the can burn off, but there is a shadow of the label left. They proliferate through the gallery, swarming. They look like the litter that’s left after the world burns down, remnants of a prehistoric future, the debris of a post-capitalist world. In the second chamber, the viewer can wander to the window, and see a twin sculpture, sprouting from the ground outside. The tomb is doubled, as the work descends into the real (or should we say natural?) world that surrounds the interior of the gallery. Upson’s work thumbs a puncture through the ghostly film that separates space: private, public, inner, outer, sacred, and profane.
In an accompanying publication Upson presents a log-book that follows the process and ephemera of the can’s production, layered and juxtaposed with the manuscript of Upson’s mother’s autobiography, which describes her life in East Germany and her journey to the United States.
Kaari Upson (*1972 in San Bernardino) lives and works in Los Angeles. Upcoming exhibitions include the 2017 Whitney Biennial and the New Museum, New York (2017). Her work has recently been shown in Los Angeles - A Fiction, Astrup Fearnley Museet, Oslo (2016); Adhesive Products, Bergen Kunsthall (2016); The Art of Our Time, Museum of Contemporary Art, Los Angeles (2015); Sleepless: The Bed in History and Contemporary Art, 21er Haus, Vienna (2015); No Man’s Land: Women Artists from the Rubell Family Collection, Rubell Family Collection, Miami (2015) and Test Pattern, Whitney Museum of American Art, New York (2013).
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Kaari Upson beschäftigt sich in ihrer Praxis mit Fragen der Kontaminierung; sie richtet ihr Augenmerk auf den Raum zwischen dem eigenen Selbst und dem Anderen: die unbestimmte Zone, die „uns beide“ einbezieht. Sie konzentriert sich auf das häusliche Umfeld und präsentiert uns mit einer Fülle emotionaler Materie, wie sie ein vertrautes Objekt oder familiäre Milieus enthalten, ausstrahlen oder absondern können; wir verbreiten uns ständig über all das, was zu uns gehört. Im Gegenzug verströmen unsere Dinge ihre Dinghaftigkeit über uns. Die alltäglichen Objekte, wie sie uns aus einem typischen amerikanischen Haushalt bekannt sind, treten vervielfältigt auf und erlangen eine körperliche, beklemmende Qualität.
In Kaari Upsons erster Ausstellung bei Sprüth Magers hebt sie die Gegensätzlichkeit zwischen Innen und Außen einmal mehr auf. Sie konfrontiert uns stattdessen mit einer „dritten Bedeutung“ im Sinne von Roland Barthes. Die Galerie ist in zwei gleiche achteckige Räume unterteilt, sodass dem Betrachter zwei getrennte Seherlebnisse geboten werden. Nachdem man eingetreten ist, findet man sich physisch von einer Vierergruppe Projektionen umgeben. Jedes Video ist unterschiedlich, doch gemeinsam erzeugen sie ein einziges Portrait. Anschaulich wird das innere und äußere Erleben einer namenlosen blonden Person, die durch eine Filiale der Großhandelskette Costco streift; sie verkörpert eine neue Art des Flanierens. Costco ist formal als Landschaft präsentiert, eine harmonische, gefühlsbetonte Szenerie, überladen mit den Massengütern des "American Dream". In einem anderen Video ist dieselbe Blonde in einem idyllischen Wald zu sehen. Sie planscht in einem Fluss und ist mit einem Ritual beschäftigt, wobei sie die gespenstisch auf dem Wasser treibenden Körper mit einer Plane bedeckt und Plastiktürme in Brand steckt. Dieses zweite Szenario wirkt wie ein von innen nach außen gestülptes Costco, aber dieselbe Protagonistin agiert darin mit derselben geisterhaften Entschlossenheit. Der psychische Ballast, der Teil unseres Wesens ist, hat beide Lebenswelten vergiftet; keine von beiden ist frei, aber für beide besteht Hoffnung.
Der Betrachter hat dann die Wahl zwischen zwei Durchgängen um den zweiten Raum zu betreten. Der Negativraum dazwischen ist von einer Skulptur besetzt, die wie ein in die Ecke geworfener Halbschatten wirkt. Fossilienartige Pepsidosen sind in vertikalen Bahnen aufgereiht, in aufrechter Position begraben. Upson produziert sie mithilfe eines experimentellen Gussverfahrens: Eine Pepsidose wird mit flüssigem Aluminium gefüllt, das mit der Außenwand der Dose verschmilzt, sodass das hineingeflossene Metall und die Dose eine massive Einheit bilden. Obwohl die Farben auf der Dose verbrennen, bleiben Rückstände des Etiketts sichtbar zurück. Sie wirken wie Relikte, die alleinigen Überreste aus einer Welt, die niedergebrannt ist. Überbleibsel einer prähistorischen Zukunft, Trümmerteile einer postkapitalistischen Welt. In diesem Raum kann der Betrachter zum Fenster gehen und im Außenbereich ein Pendant der Skulptur sehen, das vom Boden in die Höhe ragt. Das Grabmal erfährt eine Verdopplung, und das Werk dringt in die reale (oder sollten wir sagen natürliche?) Welt vor, die den Galerie-Innenraum umgibt. Durch die Platzierung gräbt sich Upsons Skulptur in den gespenstischen Film der den Raum in Segmente unterteilt – privat, öffentlich, innen, außen, heilig und profan.
In der begleitenden Publikation präsentiert Upson ein Protokoll, in dem der Produktionsprozess der Dosen und weitere Details festgehalten sind. Dem ist das Manuskript der Autobiografie ihrer Mutter gegenübergestellt, worin diese ihr Leben in Ostdeutschland und ihre Reise in die Vereinigten Staaten schildert.
Kaari Upson (*1972 in San Bernardino, Kalifornien) lebt und arbeitet in Los Angeles. Ihre Werke werden 2017 bei der Whitney Biennale und im New Museum in New York ausgestellt. Teilnahmen an Ausstellungen aus jüngster Zeit waren Los Angeles - A Fiction, Astrup Fearnley Museet, Oslo (2016); Adhesive Products, Bergen Kunsthall, Norwegen (2016), The Art of Our Time, Museum of Contemporary Art, Los Angeles (2015); Schlaflos: Das Bett in Geschichte und Gegenwartskunst, 21er Haus, Wien (2015), No Man’s Land: Women Artists from the Rubell Family Collection, Rubell Family Collection, Miami (2015), und Test Pattern, Whitney Museum of American Art, New York (2013).










