Ended Apr 13

Jonathan Monk

That’s About The Size Of It

Mar 15 – Apr 13, 2019

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Jonathan Monk’s works often remake other artworks. They are also funny. For his exhibition at Meyer Riegger Gallery, the artist presents two new, small sculptures, which restage Tom Wesselmann’s (1931-2004) assemblage, ‘Bedroom Tit Box’ (1968-1970). A miniature, room-like tableau stuffed with out-of-scale models of domestic objects (including an ashtray holding a cigarette, an orange and a vase with vulva-like rose petals protruding from its rim), Wesselmann’s disturbing assemblage is activated by the insertion of a live female breast through a circular hole cut into its ceiling. In Monk’s humorous recasts, which also play on scale, Wesselmann’s tit-box remains intact save that a live penis is now inserted through each assemblage-roof instead (and when the penises are unavailable, then phallic-looking fruit). By substituting the female breast with the penis, Monk parodies Wesselmann’s fetishistic assemblage in which the female body is objectified, aligned with objects of female ‘domesticity’ and with the form of the artwork itself – a frequent trope in Wesselmann’s work. The exposed male appendage makes Monk’s works awkward; undermining rather than affirming masculinity. As reflected in the exhibition title – ‘that’s about the size of it’ – male size really does matter if you are a man though for different reasons than if you are a woman. Since the late 1990s Jonathan Monk has created artworks based on other artworks, referencing, in particular, the languages of conceptual and pop art. At times this has moved Monk in the direction of parody. Consider Monk’s take on Jeff Koons’ iconic, shiny, stainless steel sculpture ‘Rabbit’ (1986) in ‘Deflated Inflated’ (2009). Here, Koon’s bunny is recreated and imagined hilariously by Monk in three stages of collapse, culminating in its abject deflation on the gallery floor: puncturing the brittle optimism of Koons’ commodity-like sculpture, ‘Deflated Inflated’ would become a memorable symbol of the 2008 global economic crisis. Yet it would be a mistake to equate Monk’s parodic turn with simple mockery. In his recasts or in his adjustments, Monk distills the visual possibilities latent in the original, asking the question as to what would have been the result if the artist had followed another direction instead? A striking example is ‘Before A Bigger Splash’ (2006), Monk’s take on David Hockney’s, classic painting (1967) of an LA home and swimming pool punctured by the splash of an unseen diver. Here, Monk’s meticulous copy captures the moment before the dive, suturing the splash so that Hockney’s pool ‘returns’ to its unblemished aqua state – a state that many of us will have imagined. Other artists have followed in Monk’s footsteps in referencing contemporary artworks and images drawn from pop culture, but none have quite managed to create such a layered, mise en abyme-based artistic practice. Infused with his dry wit, Monk’s works are, paradoxically, both homages to and playfully irreverent of their sources. As Monk reminds us, the stakes for the parodist are high, one addition or one substitution in the wrong place and the game falls apart: that’s about the size of it.

- Daniel McClean

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Die Werke Jonathan Monks stellen häufig Remakes bereits bestehender Kunstwerke dar, wobei sein Ansatz und Zugriff witzig-humorvoller Art sind. Im Rahmen seiner aktuellen Ausstellung in der Galerie Meyer Riegger präsentiert Monk nun zwei neue kleinformatige skulpturale Arbeiten, welche die Assemblage „Bedroom Tit Box“ (1968 – 70) des US-amerikanischen Künstlers Tom Wesselmann (1931 – 2004) neu inszenieren. Wesselmanns verstörendes Ensemble, ein zimmerähnliches Tableau in Miniaturformat, das mit überproportionierten häuslichen Gegenständen vollgepfropft ist – zu diesen gehören etwa ein Aschenbecher samt Zigarette, eine Apfelsine sowie eine Vase, über deren Rand Rosenblütenblätter vulvagleich hervorquellen – wird dadurch aktiviert, dass eine reelle weibliche Brust durch ein kreisförmiges Loch in der Decke eingeführt wird. In Monks humorvollen Neufassungen, die ebenfalls mit dem Thema Format bzw. Größe spielen, bleibt Wesselmanns tit box prinzipiell unverändert – nur, dass jetzt ein reeller Penis jeweils durch die Decke eingeführt wird (oder, sollten Penisse nicht zur Verfügung stehen, eine phallusartige Frucht). Indem er die weibliche Brust durch einen Penis ersetzt, parodiert Monk Wesselmanns fetischistische Assemblage, durch die der weibliche Körper verdinglicht und mit Gegenständen angeblich weiblicher „Domestizität“ sowie mit der Form des Kunstwerks an sich in Beziehung gebracht wird – ein im Oeuvre Wesselmanns häufig wiederkehrender Tropus. Durch das Hinzufügen des entblößten männlichen Glieds wirken Monks Arbeiten eher tölpelhaft-peinlich: Sie untergraben das Maskuline vielmehr, als dass sie es bestätigen. Wie auch der doppelbödige englische Ausstellungstitel – „That’s about the size of it“ bedeutet entweder: „Ja, so sieht’s aus“ oder: „In der Größenordnung etwa“ – suggeriert, ist die Größe des männlichen Glieds tatsächlich von Bedeutung, sofern man ein Mann ist, wenn auch aus anderen Gründen als für eine Frau. Jonathan Monk kreiert seit den späten 1990er Jahren Kunstwerke, die auf anderen Kunstwerken basieren, wobei er sich insbesondere auf die Zeichensprachen der Konzeptkunst sowie der Pop Art bezieht. Bisweilen hat er dabei den Weg der Parodie eingeschlagen. Man betrachte etwa seine Neukonzeption der ikonischen, glitzernden Edelstahlplastik „Rabbit“ [Kaninchen] (1986) von Jeff Koons. In Monks Plastik „Deflated Inflated“ (2009) wird Koons Hoppelhäschen umwerfend komisch neuimaginiert und neugestaltet, nämlich in drei Stadien des Zerfalls, die in dessen kläglicher und kompletter Luftentleerung auf dem Galerieboden kulminieren. Indem das Werk dem brüchigen Optimismus von Koons warenähnlicher Skulptur die Luft und damit den Boden entzog, ist es zu einem einprägsamen Symbol der globalen Wirtschaftskrise 2008 geworden. Es wäre jedoch falsch, Monks parodistische Wende mit bloßer Verspottung oder Nachäffung gleichzusetzen. In seinen Umbildungen bzw. Neujustierungen destilliert er vielmehr die im Originalwerk latent vorhandenen visuellen Möglichkeiten und stellt somit die Frage: Was wäre geworden, wenn der Künstler stattdessen einen anderen Weg eingeschlagen hätte? Ein frappantes Beispiel dafür ist das Werk „Before a Bigger Splash“ (2006), Monks Re-Visionierung von David Hockneys inzwischen klassischem Los Angeles-Gemälde (1967) von einem Haus mit Pool, dessen glatte Oberfläche von dem Spritzwasser eines unsichtbaren, hineintauchenden Schwimmers momentan durcheinandergewirbelt wird. Hier fängt Monks ansonsten beflissen-akkurate Kopie just den Moment davor ein: Das aufspritzende Wasser wird quasi wieder zugenäht, so dass Hockneys Pool zu seinem unbehelligten vorherigen Zustand „zurückkehrt“ – einem Zustand, den sich wohl viele vorgestellt haben. Obwohl auch andere Künstler in Monks Fußstapfen getreten sind und Bezug auf zeitgenössische Kunstwerke und Bilder aus der Pop-Kultur genommen haben, ist es keinem gelungen, eine so vielschichtige, mise en abyme-basierte künstlerische Praxis zu vollbringen. Monks von trockenem Humor getragene Arbeiten sind paradoxerweise sowohl Hommage an als auch pietätloses Spiel mit ihren Vor-bildern. Sein Oeuvre erinnert daran, dass der Parodist immer mit hohem Einsatz spielt. Ergänzt oder ersetzt er nur einmal an falscher Stelle, so fällt das Ganze in sich zusammen – ja, so sieht’s aus.

- Daniel McClean

Übersetzung: Richard Humphrey

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