Ended Jul 29

Teresa Burga

Conceptual Installations of the 70s

Apr 28 – Jul 29, 2017

More from Teresa Burga on Gallop

[Please scroll down for German version / Für Deutsch bitte scrollen Sie nach unten]

Teresa Burga (*1935 Iquitos, Peru) is the most influential Peruvian female artist today. In the mid-sixties, Burga was a driving force in the renewal and transformation of art in Peru. Through her work with the Group Arte Nuevo (1966-1967) she also initiated the consolidation of of the diverse currents of the peruvian avant-garde.

After studying at the Art Institute of Chicago for two years, the artist returned to Lima. From these formative years, she brought back her experience of the student movement and the civil rights movement of North America. She began producing work that makes use of experimental processes and new creative strategies such as information technology, scientific registers and engagement of “concepts”. Her work often takes the shape of reports, descriptions and diagrams that document past actions or formulate proposals to be carried out in the future, using statistics to reread the environment. Sometimes her work entails translating reality and language into different codes, quantifying and interrogating an existence – her own body, a poem, a community, or a portion of the urban space – we believe to be concrete.

The exhibition, opening during the Gallery Weekend Berlin 2017, will feature one major – and stunningly contemporary – installation from the seventies. This installation engages conceptual questions like the dissolution of the work of art and the experience of immediate contact as an erosion and critical interpellation of material and social contexts. The installation was exhibited recently at the MALBA in Buenos Aires in 2015. The work Obra que desaparece cuando el espectador trata de acercarse (propuesta III) / Work that Disappears when the Viewer Tries to Approach It (Proposal III) attest to Burga’s interest in the immaterial and in drawing as the basis for the interpretation of her installations.

Conceptual Installations will premiere as well a conceptual series of drawings, which deconstruct and visualize one of the most famous poems by Borges. It is one of the most complex and representative works of Burga’s conceptual text works.

The exhibition coincides with our solo presentation of Pop Art works at Frieze New York Spotlight, as well as Burga’s solo show at Sculpture Centre, New York. Furthermore Burga will be featured in Radical Woman at the Hammer Museum in Los Angeles and in Memories of Underdevelopment at Museum of Contemporary Art San Diego, USA.

*****

Teresa Burga (*1935 Iquitos, Peru) ist international als eine der einflussreichsten peruanischen Künstlerinnen anerkannt. Mitte der sechziger Jahre war sie maßgeblich an der Umgestaltung und Erneuerung der Kunstszene in Peru beteiligt. Darüber hinaus trug sie, bedingt durch ihre Arbeit innerhalb der Künstlergruppe Arte Nuevo (1966-67), an der Konsolidierung der avantgardistischen Ströme bei.

Nach ihrem Studium verbrachte sie zwei für sie sehr prägende und intensive Jahre am Art Institute of Chicago. Die hier gesammelten Erfahrungen mit Konzeptkunst, der nordamerikanischen Studentenbewegung und der schwarzen Bürgerrechtsbewegung brachte sie mit zurück in das von einer Militärdiktatur regierte Peru. Nach ihrer Rückkehr nach Lima bediente sie sich experimenteller Prozesse und neuer kreativer Strategien, die sich mit Informationstechnologie, wissenschaftlichen Analysen und Verzeichnissen, sowie mit den Erscheinungsformen konzeptueller Kunst beschäftigten. Ihre Arbeiten erscheinen daher häufig in Form von Berichten, Beschreibungen und Diagrammen, die vergangene Aktionen dokumentieren oder zukünftige Projekte formulieren. Ihre Arbeiten können aber auch die Übersetzung von Realität und Sprache in unterschiedliche Codes beinhalten und bemessen. Die Künstlerin hinterfragt die staatlichen Kontrollmechanismen und ihre inhärente Biopolitik, sowie das Instrument der Datenerfassung, indem sie ihren eigenen Körper vermisst. Soziologische Analysen in Hinblick auf die Rolle der Frau in der peruanischen Gesellschaft werden von ihr mit einer Fülle von Zeichnungen und Objekten aus der Sicht der Künstlerin visualisiert.

Anlässlich des Gallery Weekends Berlin 2017 zeigt die Galerie Barbara Thumm eine der zentralen Installationen von Teresa Burga, die 1970 konzipiert wurde. Die Arbeit Obra que desaparece cuando el espectador trata de acercarse (propuesta III) / Work that Disappears when the Viewer Tries to Approach It (Proposal III) beschäftigt sich mit der konzeptuellen Fragen nach der Rezeption und Wirkungsmöglichkeiten eines Kunstwerkes.

Burga hat dabei nicht nur die direkte Erfahrung des Betrachters vor Augen, sondern auch die gesellschaftliche Relevanz der durch das Kunstwerk vermittelten Information. Die Arbeit verdeutlicht dem Betrachter außerdem Burgas Interesse am Immateriellen sowie an Zeichnungen, als Basis für die Interpretation ihrer Installation.

Die konzeptuelle Zeichnungsserie Borges wird zum ersten Mal seit ihrer Präsentation 1974 in Lima einem Publikum gezeigt. Diese Serie ist ein umfassendes und besonders repräsentatives Beispiel für Burgas Textarbeiten, in denen sie Sprache dekonstruiert und anhand von Diagrammen und mathematischen Mustern neu kodiert. Die Serie basiert auf einem der bekanntesten Gedichte von Borges La noche que en el sur lo velaron / Deathwatch on the southside.

Parallel zu der Berliner Ausstellung präsentiert die Galerie Barbara Thumm Burgas Pop Art Arbeiten in der Spotlight Sektion auf der Frieze New York. Gleichzeitig eröffnet die Soloausstellung der Künstlerin im Sculpture Center, New York. Darüber hinaus wird Teresa Burga dieses Jahr in den Gruppenausstellungen Radical Woman im Hammer Museum (Los Angeles) als auch in der Ausstellung Memories of Underdevelopment im Museum of Contemporary Art San Diego in 2017 zu sehen sein.