Ended Oct 24
Miriam Cahn
Zeige!
Sep 11 – Oct 24, 2020
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Meyer Riegger is happy to present a new, wide-ranging exhibition of artworks by Miriam Cahn in its Berlin gallery. On the gallery’s ground floor, which has been specially modified and re-configured so as to create more intimate spaces, the works of the Swiss artist are displayed in the high density which is one of her characteristics. The show includes new paintings, earlier canvases re-painted, older works and b/w drawings from the 1980s.
The chosen works bring together recurrent themes and images from the artist’s oeuvre under the strikingly categorical title of Zeige! (Show!) – the singular imperative form of the German verb zeigen (to show). Zeigen implies exposing and laying something or someone open in a vulnerable way, but also suggests a discovery, making an object or matter visible.
Influenced from her early beginnings onwards by the feminist movement, the artist has always produced work that questions the traditional ideas of society and the establishment, challenging the silent, inactive and standardized public.
Her field of observation is the outside world: news and current affairs, socio-economic policy, debates concerning topical and ‘uncomfortable’ issues such as migration, empathy, complex interpersonal relationships, the commercialization of bodies (notably, but not only, those of women), violence, race, gender, discrimination and social minorities.
Cahn’s medium and tool are the images flooding from the spread of consumerism and technology (the web). The transmission of a message through an image has the maximum communicative effect in the shortest possible time, thanks to its strong power of recall and its often immediate comprehensibility and ease of memorization.
A major battlefield is the body – especially the female body: feminism has powerfully repositioned body-related themes, sexuality and desire at the centre of political and theoretical discourse, recognizing them as sites (real and symbolic) of subjugation, and therefore also as places where political subjectivity is produced and existential questions are raised.
Amid the abundance of images that nowadays submerge us with increasing intensity through the web, Miriam Cahn has become the messenger of and from the Outside – the outside world and outsider positions. Her drastic paintings and drawings, always focusing on the human being itself and on its fragile conditions in relation to its environment, point explicitly to issues of today’s reality that tend to remain unseen or ignored.
Images are sometimes wrongly used to generate consensus, whereas they could, on the other hand, have the power to raise dissenting movements and to awake critical consciousness. The key is knowing how to discern and distinguish among this information – and continuing to look is the only way to be genuinely conscious.
And every now and then a landscape, flowers, animals or other creatures, to rest the mind a little.
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Die Galerie Meyer Riegger freut sich, eine neue, facettenreiche Ausstellung mit Werken Miriam Cahns in ihren Berliner Räumen präsentieren zu dürfen. Im Erdgeschoss, das extra umgebaut und neu konfiguriert worden ist, um kleinere, intimere Ausstellungsflächen zu schaffen, werden die Werke der schweizerischen Künstlerin in der gedrängten Dichte gezeigt, die zu einem ihrer Kennzeichen geworden ist. In der Schau sind neue Gemälde, übermalte frühere Leinwände, ältere Werke sowie s/w Zeichnungen aus den 1980er Jahren zu sehen.
Unter dem markant kategorischen Titel „Zeige!“‘ – dem Imperativ des Verbs „zeigen“ in der 2. Person Singular – bringt die Ausstellung wiederkehrende Inhalte und Motive im Oeuvre der Künstlerin zusammen. Im Zeigen schwingt das exponierende Entblößen oder Bloßstellen eines Gegenstands, einer Materie oder einer Person mit. Gleichzeitig suggeriert es aber ein offenbarendes Entdecken oder Sichtbarmachen.
Mit ihrem Schaffen hat die bereits in frühen Jahren von der feministischen Bewegung beeinflusste Künstlerin immer wieder tradierte, etablierte gesellschaftliche Auffassungen und Positionen hinterfragt, wobei ihre Werke eine schweigende, eher träge und konformistische Öffentlichkeit herausfordernd aufrütteln.
Miriam Cahns Beobachtungsfeld umfasst die breite Außenwelt: die Welt des Tagesgeschehens und der Nachrichten, der sozio-ökonomischen Maßnahmen, der Debatten über aktuelle und „unbequeme“ Sachverhalte wie Migration und Einwanderung, aber auch Fragen der Empathiefähigkeit, der komplexen zwischenmenschlichen Beziehungen (vorwiegend, aber keineswegs immer, Frauen betreffend) sowie Gewalt, die Rassenproblematik, Gender, Diskriminierung und soziale Minderheiten.
Medium und Werkzeug der Künstlerin sind dabei die Bilder, die flutartig von der sich rasant ausbreitenden Konsumwelt sowie der Technologie (Internet) generiert werden. Wer eine Botschaft mittels eines Bildes veranschaulichen kann, erzielt die stärkste kommunikative Wirkung in der denkbar kürzesten Zeitspanne. Das Bild lebt ja von seiner starken Erinnerungskraft, seiner oft unmittelbaren Verständlichkeit sowie seiner leichten Einprägsamkeit.
Zu einem wichtigen Schlacht- und Konfliktfeld wird dabei der menschliche Körper, zumal der weibliche. Dem Feminismus ist es gelungen, körperbezogene Themen, Sexualität und Begierde dezidiert in den Fokus des politischen und theoretischen Diskurses zu rücken und sie als Orte der – reellen wie symbolischen – Unterwerfung zu bestimmen, also als Orte, in denen politische Subjektivität erzeugt wird und existentielle Fragen sich herauskristallisieren.
Mitten in der schier endlosen Bilderflut, die uns heutzutage mit zunehmender Intensität aus dem Web überschwemmt, ist Miriam Cahn zur Botschafterin des Draußen-Vor geworden: der Welt da draußen wie der AußenseiterInnen und Außenseiterpositionen. Ihre drastischen Gemälde und Zeichnungen, die stets den Menschen selbst und dessen Fragilität und Verwundbarkeit gegenüber seiner Umwelt fokussieren, weisen explizit auf Gemengelagen und Problemfelder unserer Gegenwart, die eher nicht wahrgenommen oder bewusst übersehen werden.
Bilder werden bisweilen missbraucht, um Konsens herzustellen, obwohl ihnen prinzipiell die Macht innewohnt, abweichende Meinungen und Bewegungen voranzubringen und ein kritisches Bewusstsein zu fördern. Der Schlüssel liegt in unserer Fähigkeit, die Informationsflut kritisch und differenziert zu sichten, wobei der einzige Weg, um zu einem aufgeklärten Bewusstsein zu gelangen, darin besteht, unentwegt weiter zu schauen.
Und hin und wieder eine Landschaft, Blumen, Tiere und Geschöpfe, um dem Geist eine kurze Ruhepause zu gönnen.
Übersetzt von Richard Humphrey










