Ended

Simurgh: Ten Women Artists From Iran

Apr 28 – Jun 17, 2023

Yalda Afsah, Mehraneh Atashi, Ramesch Daha, Nooshin Farhid, Parastou Forouhar, Mona Kasra, Anahita Razmi, Neda Saeedi, Farkhondeh Shahroudi, Soheila Sokhanvari

[Please scroll down for German version / Für Deutsch bitte scrollen Sie nach unten]

"It is hard to understand the ocean from a dryland."

—Neda Saeedi

"I try to go to Iran every year on the anniversary of the murder of my parents. Still, it is dangerous because I was sentenced to six years in prison on probation. Nevertheless, I went again last year. For me, it is an act of resistance to maintain a culture of remembrance and to insist on justice."

—Parastou Forouhar

The exhibition Simurgh: Ten Women Artists From Iran addresses issues of memory, surveillance, identity politics, economic and social changes. Curated by Başak Şenova, professor of research at the University of Applied Arts in Vienna, the exhibition is inspired by the legend of the Simurgh.

The Simurgh is a magnificent bird endowed with mysterious powers from Persian mythology. It has appeared in various traditions, stories, and variations for thousands of years. The most famous one goes back to the Islamic poet Attar of Nishapur and his epic “The Conference of the Birds” from the 12th century.

At Attar, thousands of birds meet to elect their king. An agreement seems impossible, so the clever hoopoe suggests that they should look for the great and mighty Simurgh and elect him king. The birds thus set off on a journey to Mount Qaf, a mountain that is said to be the home of Simurgh and the seat of wisdom.

On the way, they have to cross seven valleys: the valleys of desire, love, knowledge, renunciation, unity, amazement, and destruction. The flight is so arduous that more and more birds give up and only thirty remain. These thirty birds, each representing a character obstacle to self-knowledge, overcome all of the barriers and reach Mount Qaf. Once there, they head for the Simurgh’s nest, but find only a large, glittering mountain lake in which their own heads are reflected. This gives the legend of the Simurgh a twist, which the poet connects with a play on words: si means “thirty” in Persian, and murg “bird.”

The arduous journey to find the Simurgh can be seen both as emblematic of the lives of hundreds of thousands of Iranians in the diaspora and of the current situation in Iran itself, which is the result of a long and complex development.

The exhibition therefore deliberately focuses not on striking, flashy images, but on multilayered, subtle works that encompass a broad spectrum of themes and forms, deal with personal or overarching questions of identity, and build bridges between the past and the present. Equally deliberately, curator Başak Şenova foregrounds striking positions and meaningful artistic approaches by Iranian women artists from the diaspora: “Most of them began their journey in Iran; two were born outside the country. All, however, carry with them various forms of the intangible heritage of their origins. Through multiple strands of inquiry, research, and cases, they establish nuanced connections in their works that span generations.”

Thus, on display are works by Yalda Afsah, Parastou Forouhar, Anahita Razmi, Neda Saeedi, Farkhondeh Shahroudi, and Soheila Sokhanvari, all of whom live in Germany, Mona Kasra and Mehraneh Atashi, who are active in the United States, Nooshin Farhid, who has her center of life in United Kingdom, and Ramesch Daha, who is based in Austria.

The approaches and production methods of the ten artists are many and diverse. They work in a wide variety of fields and media, including painting, drawing, sculpture, spatial installation, photography, printmaking, video, and film. What they all have in common, however, is the fact that they are recognized worldwide and their work is continually presented in major international art institutions.

The exhibition Simurgh: Ten Women Artists From Iran is intended as a modest gesture of solidarity with the women of Iran.

*****

"Vom Ort der Unbescheidenheit kommt eine bescheidene Ausstellung, die es Künstlerinnen in der Diaspora, wie mir, ermöglicht, Aussagen über unseren Platz in der Welt und den Platz der Welt in unserem Leben zu treffen."

—Ramesch Daha

"Das iranische Regime hat ein Apartheidsystem gegen Frauen errichtet. Deshalb ist die Frage der Gleichberechtigung von Mann und Frau entscheidend für die Demokratiebewegung im Iran."

—Parastou Forouhar

Die Ausstellung Simurg: Zehn Künstlerinnen Aus Iran findet im Rahmen des Gallery Weekend Berlin statt und beschäftigt sich mit Fragen der Erinnerung, Überwachung, Identitätspolitik sowie wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen. Sie wurde von Basak Senova, Professorin für Research an der Universität für Angewandte Kunst in Wien, kuratiert und ist von der Legende des Simurg inspiriert.

Der Simurg ist ein prächtiger, mit geheimnisvollen Kräften ausgestatteter Vogel aus der persischen Mythologie. Er taucht seit Jahrtausenden in verschiedensten Überlieferungen, Erzählungen und Abwandlungen auf. Die bekannteste geht auf den islamischen Dichter Fariduddin Attar und sein Epos „Konferenz der Vögel“ aus dem 12. Jahrhundert zurück.

Bei Attar treffen sich tausende Vögel, um ihren König zu wählen. Eine Einigung scheint unmöglich, da schlägt der kluge Wiedehopf vor, man möge doch den großen, mächtigen Simurg suchen und ihn zum König küren. So begeben sich die Vögel auf die Reise zum Küh-e-Qāf, einem Berg, der als Heimat des Simurg und Hort der Weisheit gilt.

Auf dem Weg dorthin müssen sie sieben Täler durchqueren – die Täler des Verlangens, der Liebe, des Wissens, der Entsagung, der Einheit, des Erstaunens und der Zerstörung. Der Flug ist so beschwerlich, dass immer mehr Vögel aufgeben und nur 30 übrig bleiben. Nur sie - diese 30 Vögel, von denen jeder für ein charakterliches Hindernis zur Selbsterkenntnis steht – überwinden alle Hürden und erreichen den Küh-e-Qāf. Dort angekommen steuern sie auf das Nest des Simurg zu, finden aber nur einen großen, glitzernden Bergsee, in dem sich ihre eigenen Köpfe spiegeln. Damit bekommt die Legende vom Simurg eine Wendung, die der Dichter mit einem Wortspiel verbindet: „Si“ bedeutet im Persischen 30, „murg“ Vogel.

Die mühevolle Reise zum Simurg kann sowohl als Sinnbild für das Leben hunderttausender Iranerinnen in der Diaspora betrachtet werden, als auch für die aktuelle, aber aus einer langen, komplexen Entwicklung resultierende Situation im Iran selbst.

Bewusst konzentriert sich die Ausstellung daher nicht auf plakative, schlaglichtartige Werke sondern auf vielschichtige, subtile Arbeiten, die ein breites Spektrum an Themen und Formen umfassen, sich mit persönlichen oder übergeordneten Identitätsfragen beschäftigen und Brücken zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart schlagen. Ebenso bewusst rückt die Kuratorin Başak Şenova markante Positionen und aussagekräftige Werke von iranischen Künstlerinnen aus der Diaspora in den Vordergrund: "Die meisten von ihnen haben ihre Reise im Iran begonnen; zwei wurden außerhalb des Landes geboren. Alle tragen aber verschiedene Formen des immateriellen Erbes ihrer Heimat oder Herkunft mit sich. Durch vielfältige Untersuchungsstränge, Befunde und Beispiele stellen sie in ihren Werken differenzierte Zusammenhänge her, die über Generationen hinweg reichen".

Gezeigt werden Werke von Yalda Afsah, Parastou Forouhar, Anahita Razmi, Neda Saeedi, Farkhondeh Shahroudi und Soheila Sokhanvari, die allesamt in Deutschland leben, Mona Kasra und Mehraneh Atashi, die in den USA tätig sind, Nooshin Farhid, die ihren Lebensmittelpunkt in Großbritannien hat, und Ramesch Daha, die in Österreich ansässig ist.

Die Herangehens-und Produktionsweisen der zehn Künstlerinnen sind vielfältig und divers. Sie arbeiten in den verschiedensten Bereichen und mit den unterschiedlichsten Medien, darunter Malerei, Zeichnung, Objekt, Rauminstallation, Fotografie, Druckgrafik, Video und Film. Alle aber eint, dass sie weltweit anerkannt sind und ihre Arbeiten laufend in großen, internationalen Kunstinstitutionen präsentiert werden.

Die Ausstellung Simurg: Zehn Künstlerinnen Aus Iran. versteht sich als bescheidene Geste der Solidarität mit den Frauen in Iran.