Tàpies, Alcaraz, Rubert

Ended

Tàpies, Alcaraz, Rubert

Apr 28 – Apr 30, 2017

Antoni Tàpies

Jordi Alcaraz

Gino Rubert

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The Galerie Michael Haas is opening an exhibition by three artists situated in Catalonia on Gallery Weekend.

The paintings by Tàpies, Alcaraz and Rubert in the extensive exhibition opening in the Galerie Michael Haas and Kunst Lager Haas show evident contrasts but also, after a second look, of some commonalities as well. The works of the two younger artists refer in form and content to the paintings of Antoni Tàpies. The surrealism of Tàpies’ early pictures can be seen in the pictorial worlds of Gino Rubert, while the specific way of working with different materials is just as central to the sculptural pictures of Jordi Alcaraz as it is for Tàpies. The play with the perception and (de-) construction of reality is common to all three artists.

Antoni Tàpies, who was born in 1923 in Barcelona and died there in 2012, is considered the most important representative of Spanish Informalism. He mixes sand, cement, marble dust and glue in his paintings. He scratches off the paint and reapplies it until the surface resembles rough brick. In his lifetime Tàpies intensively studied Far Eastern philosophies. In his search for expression he integrated individual letters, signs, crosses, as well as material objects or items of clothing. Antoni Tàpies’ collages and murals seem secretive, meditative. He described himself not as an abstract artist but as a realist who seeks to make reality comprehensible in his works.

Jordi Alcaraz, born in 1963 in Catalonian Calella and still living there, likewise uses free forms in his collages to convey the complex and various possibilities of perceiving reality. He works in images, words and various materials, particularly glass, mirrors, metal, stone, wood and paint, as well as books that deal with these materials and phenomena. His graphical process gives rise to voluminous works that claim the space around them, in which metal lines form relations with other materials. The reflections, subtle shadings, contrasts between dark and light, smooth and rough surfaces, and transparency and solidity that thus emerge enter into dialogue with one another, determine each other reciprocally, and are consciously left fragmentary. The works can be considered paintings, and yet they retain qualities of sculpture. Alcaraz’s works are a study of three-dimensionality, in which the dialogue between the surface and the interior of objects has become a running theme.

The artist Gino Rubert, born 1969 in Mexico to Spanish parents and living in Barcelona, is above all a painter. He also works in the media of drawing, video and installation and writes stories. His pictorial world shows modern people – young women and usually a man in the form of the artist – and the many baffling and complex circumstances they find themselves caught up in, alone or with others. The artist does not spare the viewer, who gets drawn into the small and large dramas in Rubert’s canvasses through a play of gazes and becomes a voyeur. The themes Rubert treats in his dream-like scenes under the surface of a realistic painting style are emotions and fears, desires, dependencies and conflicts. Like Tàpies and Alcaraz, he also uses the technique of collage: He brings reality palpably in his pictures in the form of photos or textiles. These real but oddly foreign additions shift the pictures into surreality. And this brings us back again to Tàpies and his 1950 painting “Caballeros presentes” from his earlier surrealist phase.

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Die Galerie Michael Haas eröffnet am Gallery Weekend eine Ausstellung mit drei in Katalonien situierten Künstlern.

Die Gemälde von Tàpies, Alcaraz und Rubert in der umfassend angelegten Schau in der Galerie Michael Haas und im Kunst Lager Haas zeugen zunächst von evidenten Gegensätzen, bei einem zweiten Blick jedoch auch von einigen Gemeinsamkeiten. Die Werke der beiden jüngeren Künstler nehmen formal wie inhaltlich Bezug zu den Gemälden von Antoni Tàpies. So ist die Surrealität von Tàpies frühen Bildern in den Bildwelten Gino Ruberts spürbar. Der spezifische Umgang mit unterschiedlichen Materialen ist in den plastischen Bildern von Jordi Alcaraz ebenso von zentraler Bedeutung wie bei Tàpies. Das Spiel mit Wahrnehmung und (De-) Konstruktion von Wirklichkeit ist allen drei Künstlern gemeinsam.

Antoni Tàpies, 1923 in Barcelona geboren und 2012 ebenda gestorben, gilt als wichtigster Vertreter des spanischen Informel. Er mischt in seine Gemälde Sand, Zement, Marmorstaub, Leim. Er kratzt Farbe solange ab und trägt sie wieder erneut auf, bis die Oberfläche wie schrundiges Mauerwerk wirkt. Tàpies hat sich Zeit seines Lebens intensiv mit den fernöstlichen Philosophien ausei­nandergesetzt. Auf der Suche nach dem Ausdruck integriert er einzelne Buchstaben, Zeichen, Kreuze, auch Gegenstände oder Kleidungsstücke. Antoni Tàpies Material- und Mauerbilder wirken geheimnisvoll, meditativ. Er selbst bezeichnete sich nicht als abstrakter Künstler, sondern als Realist, der in seinen Arbeiten versuche, die Wirklichkeit begreifbar zu machen.

Auch Jordi Alcaraz, 1963 im katalonischen Calella geboren und dort lebend, geht es in seinen Materialbildern darum, mittels freier Formen die Vielschichtigkeit der Wahrnehmungsmöglichkeiten von Wirklichkeit zu transportieren. Er arbeitet mit Bildern, Worten und verschiedenen Materialien, insbesondere Glas, Spiegeln, Metall, Stein, Holz, Farbe, aber auch mit Büchern. Gemäß des zeichneri­schen Vorgangs entstehen raumgreifende Arbeiten, in denen metallische Linien Beziehungen zu anderen Stoffen eingehen. Die auf diese Weise entstehenden Spiegelungen und Reflektionen, subtile Schattenbildungen, der Kontrast zwischen Hell und Dunkel, glatten und rauen Oberflächen, sowie Transparenz und Massivität, treten in Dialog zueinander, bedingen sich in Wechselwirkung und bleiben bewusst fragmentarisch angelegt. Die Arbeiten können als Gemälde bezeichnet werden und besitzen dennoch gleichzeitig Eigenschaften der Skulptur. Alcaraz erforscht mit seinen Arbeiten die Dreidimensionalität, wobei der Dialog zwischen der Oberfläche und dem Inneren von Objekten zu einem ständigen Thema geworden ist.

Der in Barcelona lebende Künstler Gino Rubert, 1969 als Kind spanischer Eltern in Mexiko geboren, ist vor allem Maler. Er arbeitet aber auch mit den Medien Zeichnung, Video und Installa­tion und schreibt Erzählungen. Seine Bildwelt zeigt moderne Menschen – junge Frauen und meist ein Mann in Gestalt des Künstlers – und die vielen rätselhaften und komplexen Zustände, in die sie alleine oder mit anderen verwickelt sind. Den Betrachter verschont der Künstler nicht. In einem Spiel der Blicke wird er in die kleinen und großen Dramen auf Ruberts Leinwänden hineinge­zogen und wird selbst zum Voyeur. Es sind Gefühle und Ängste, Begehren, Abhängigkeiten und Konflikte, die Rubert in traumhaften Szenen unter der Oberfläche einer realistischen Malerei themati­siert. Wie Tàpies und Alcaraz nutzt auch er die Technik der Collage: Die Wirklichkeit bringt er greifbar in Form von Fotos oder Textilien in seine Bilder. Diese realen, und doch seltsam fremden Versatzstücke entrücken die Bilder ins Surreale. Und hier schließt sich inhaltlich wieder der Kreis zu Tàpies und dessen Gemälde „Caballeros presentes“ von 1950 aus seiner frühen surrealistischen Phase.